27.5.//„Kein Geschlecht oder viele- warum es biologisch ‚Frau‘ und ‚Mann‘ nicht gibt.“

„Ist es ein Junge oder ein Mädchen?“ ist nach der Geburt die erste Frage, die immer wieder gestellt wird. Das Kind beginnt erst so richtig in unserer Gesellschaft zu existieren, wenn es mit einem von zwei Geschlechtern aufwarten kann – ein Zustand, nach dem Justiz, Medizin, und „gesellschaftliche Moral“ einem jeden Menschen trachten.
Ganz selbstverständlich nehmen wir auch für uns in Anspruch, Menschen nach dem Geschlecht unterscheiden zu können. Wir erkennen sie an Kleidung, beruflicher Qualifikation, seltener durch einen Blick auf die kulturell so aufgeladenen Genitalien.
Unter Berufung auf „natürliche Unterschiede“ werden auch immer wieder gesellschaftliche Ungleichbehandlungen und Dis-kriminierungen gerechtfertigt.
Aber: Was ist „natürlich“ an Geschlecht? Gibt es biologisch zwei Geschlechter- oder haben wir das nur in der Schule so gelernt? In diesem Input und einer sich anschließenden Diskussion wird der Ausarbeitung von „biologischem Geschlecht“ in den sich herausbildenden „modernen biologisch-medizinischen Wissenschaften“ seit dem 17./18.Jh. bis heute nachgegangen. Bei den aktuellen biologischen Geschlechtertheorien wird offensichtlich, dass sich eine Interpretation, nach der es viele Geschlechter geben muss, geradezu aufdrängt.

Durch den Abend führt Heinz Jürgen Voss (Dipl.-Biologin): er promoviert an der Universität Bremen zu „Zweigeschlechtlichkeit in biomedizinischen Studien“; seit 2001 in der AG queer der Linken aktiv, organisiert Veranstaltungen und Konferenzen und bietet Referate und Workshops zu „queer theory“, „queer politics“, „Diskriminierung und Antidiskriminierungspolitik “ und „Normierungen, Zweigeschlechtlichkeit und alternative Geschlechterkonzepte in Biologie und Medizin“ an.

Do, 27.5. | 19 Uhr | IZFG: Robert-Blum-Str. 13 | Eintritt frei

Im Anschluss kann bei Wein und Musik weiter diskutiert werden.

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